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Kranken-, Unfall-, Pensionsversicherung bei der SVA

Gewerbetreibende (die Gewerbeanmeldung löst Pflichtversicherung aus), Freiberufler (Achtung, hier gibt es auch Ausnahmen!) und Neue Selbständige (erst bei Überschreiten der Kleinstunternehmergrenzen) sind grundsätzlich bei der SVA (Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft) nach dem GSVG (Gewerbliches SozialversicherungsGesetz) kranken-, unfall- und pensionsversichert. Seit 1.1.2009 ist auch der Abschluss einer freiwilligen Arbeitslosenversicherung möglich.

Die Befreiung von der Pflichtversicherung kann von Gewerbetreibenden beantragt werden, wenn der Umsatz und der Gewinn unter den sogenannten Kleinstunternehmergrenzen (Gewinn max. 12-fache Geringfügigkeitsgrenze, Umsatz max. 30.000 Euro) liegen.

Die Pflichtversicherung nach dem GSVG gilt nicht nur für Einzelunternehmer mit Gewerbeschein, sondern auch für Gesellschafter von Personengesellschaften (OG-Gesellschafter, KG-Komplementäre, unter bestimmten Voraussetzungen auch KG-Kommanditisten), Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH, Neue Selbständige ohne Gewerbeschein und Personen, die auf Werkvertrags- oder Honorarbasis arbeiten.

Mehrfach-Beiträge möglich

Wenn mehrere Einkunftsquellen bestehen (z.B. selbständige und unselbständige Einkünfte, Landwirtschaft und Gewerbebetrieb etc.), sind Mehrfach-Beiträge zu entrichten. Dies gilt bis zum Erreichen der Höchstbeitragsgrundlage. In Österreich gilt also das System der Mehrfachversicherung. Die Höchstbeitragsgrundlage beträgt 2016 5.670 Euro monatlich.

Unterstützung Neugründer

Neugründer werden gefördert. Sie zahlen in den ersten drei Jahren der Selbständigkeit ihre Sozialversicherungsbeiträge nur von der Mindestbeitragsgrundlage. Allerdings werden im vierten Kalenderjahr nach Gründung die Pensionsversicherungsbeiträge für alle und die Krankenversicherungsbeiträge ab dem 3. Kalenderjahr anhand des tatsächlichen Einkommens lt. Einkommensteuerbescheid nachbemessen. Dessen müssen sie sich bewusst sein und für die zukünftige Nachverrechnung vorsorgen.

Änderungen & Neuerungen

Seit 2004 dürfen Personengesellschaften und juristische Personen Meldungen gem. ASVG nur noch in elektronischer Form vornehmen. Andernfalls liegt ein Meldeverstoß vor, der sanktioniert wird.
Keine diesbezügliche Änderung gibt es für natürliche Personen sowie bei der Erstattung von Mindestangaben-Meldungen (Aviso-Meldungen) vor Arbeitsantritt.

GSVG-Beiträge bei Wochengeldbezieherinnen:
Eine Ausnahme von PV und KV kann bei Ruhendmeldung der Berufsausübungsbefugnis beantragt werden.

Für Kinderbetreuungsgeldzeiten bzw. Zeiten der Kinderbetreuung kann der Bezieher/die Bezieherin seit 1.7.2013 einen Antrag auf Ausnahme von der Pflichtversicherung in der PV und KV stellen, wenn nur einer geringfügigen Erwerbstätigkeit nachgegangen wird.

Seit 1.1.2014 gibt es eine Überbrückungshilfe bei finanzieller Notlage (ab 3 Jahre nach der Unternehmensgründung!) für Versicherte, deren monatliches Nettoeinkommen 1.170 Euro nicht übersteigt (Wert 1.1.2017), in Höhe von 50 Prozent der auf Basis der vorläufigen Beitragsgrundlage vorgeschriebenen Sozialversicherungsbeiträge.

Ebenfalls seit 1.1.2014 können Nachzahlungen an die SVA aufgrund der Nachbemessung für Jungunternehmer auf Antrag auf 12 Quartale verteilt werden. Möglich ist dieser Antrag für die ersten 3 Jahre. Durch die Nachzahlung kommt es zu keiner Verzinsung durch die SVA.

Aktuelle Werte 2017

  • Aufwertungszahl 1,024
  • Monatliche Höchstbeitragsgrundlage gem. GSVG: 5.810 €
  • Jährliche Höchstbeitragsgrundlage gem. GSVG 69.720 €
  • Monatliche Geringfügigkeitsgrenze 425,70 €
  • Tägliche Geringfügigkeitsgrenze - entfällt ab 2017
  • Grenzwert für Dienstgeberabgabe 638,55 €
  • Krankenversicherungsbeitrag GSVG 7,65%
  • Pensionsversicherungsbeitrag GSVG 18,50%
  • Unfallversicherungsbeitrag GSVG 9,33 € p.m.
  • Selbständigenvorsorge 1,53%
  • Verzugszinsen SVA 3,38%
  • Auflösungsabgabe 124 €

Alle weiteren Informationen zur Sozialversicherungswerte finden Sie hier.

Rechtsform: Auf den Rahmen kommt es an

Nicht nur Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung braucht eine optimale „Verpackung“, auch Ihr Geschäftsmodell.

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Von Seiten des Finanzamts gibt es klare Vorgaben, wie eine Rechnung auszusehen hat.

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