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Umsatzsteuer vs. Vorsteuer

Die Umsatzsteuer wird vom Unternehmer an den Kunden verrechnet, eingehoben und monatlich bzw. quartalsweise im Wege der Umsatzsteuervoranmeldung (UVA) ans Finanzamt erklärt und abgeführt. In der UVA macht der Unternehmer auch die selbst bezahlten Umsatzsteuerbeträge als sog. Vorsteuer geltend. Die Vorsteuer wird dem Unternehmer vom Finanzamt gutgeschrieben bzw. von der Umsatzsteuerzahllast in Abzug gebracht.

Wichtig für den Vorsteuerabzug ist, dass eine steuerlich korrekte Rechnung, die alle erforderlichen Rechnungsmerkmale aufweist, vorliegt. Das kann vom Finanzamt auch überprüft werden. Das Merkblatt für die richtige Rechnung finden Sie hier.
Ihre Aufgabe ist es, gemäß den gesetzlichen Vorgaben eine korrekte Buchhaltung zu führen und dem Finanzamt fristgerecht eine Umsatzsteuervoranmeldung zu übermitteln.

Wenn Sie die Buchhaltung sowie die Erstellung der Umsatzsteuervoranmeldungen Ihrem Steuerberater übertragen, müssen Sie nur daran denken, ihm bis Mitte des jeweiligen Folgemonats Ihre gesammelten Belege zu übermitteln. Er überprüft auch die korrekte Rechnungslegung und erledigt die Meldepflicht an das Finanzamt für Sie.

Der Normalsteuersatz der Umsatzsteuer beträgt in Österreich 20%. Darüber hinaus gibt es noch einen ermäßigten Steuersatz von 10% (z.B. für Speisen, Wohnzwecke und Bücher) bzw. 13% (z.B. für Pflanzen, Futtermittel, Wein ab Hof, Künstler, Hotelübernachtungen) sowie echte und unechte Umsatzsteuerbefreiungen (z.B. für Grundstücksumsätze und Kleinunternehmer). Wenn Sie sich im Einzelfall unsicher sind, ob und wie viel Umsatzsteuer Sie Ihren Kunden in Rechnung stellen müssen, kontaktieren Sie im Vorfeld Ihren Steuerberater. Nachträgliche Korrekturen kosten Zeit und Nerven. Vor allem gibt es auch eine sog. „Umsatzsteuerschuld kraft Rechnungslegung“. Das bedeutet, dass eine (falsch) ausgewiesene Umsatzsteuer jedenfalls ans Finanzamt abgeführt werden muss.

Kleinunternehmer sind von der Umsatzsteuer befreit

Kleinunternehmer mit einem Nettojahresumsatz bis maximal € 30.000 sind unecht von der Umsatzsteuer befreit. Sie müssen zwar keine Umsatzsteuer ans Finanzamt abführen, sie können sich aber auch keine Vorsteuer vom Finanzamt zurückholen.

Auf Antrag können Kleinunternehmer zur sogenannten Regelbesteuerung optieren, d.h. Umsatzsteuer abführen und sich Vorsteuer zurückholen. Der Regelbesteuerungsantrag bindet den Unternehmer für 5 Kalenderjahre. Interessant ist ein Regelbesteuerungsantrag vor allem, wenn größere Investitionen geplant sind. Der Antrag auf Regelbesteuerung ist bis zur Rechtskraft des Umsatzsteuerbescheides für das jeweilige Jahr möglich (ausgenommen Landwirte bis zum 31.12. des laufenden Jahres).

Beachten Sie beim Angebot Ihrer Produkte: Für Kunden, die nicht vorsteuerabzugsberechtigt sind (das sind jedenfalls alle Privaten), zählt der Endpreis, also was sie tatsächlich bezahlen. Im B2B (zwischen Unternehmern) Bereich werden die Nettopreise (Preisangabe exkl. USt) angegeben, im B2C (zwischen Unternehmer und Privatem) Bereich die Bruttopreise (Preisangabe inkl. USt).

Kleinunternehmer bitte beachten: Wenn Sie Umsatzsteuer in Rechnung stellen, obwohl Sie diese nicht schulden, dann müssen Sie die Umsatzsteuer jedenfalls auch ans Finanzamt abführen (Steuerschuld aufgrund der Rechnungslegung).

Seit 2014 schuldet bei folgenden Umsätzen der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer, wenn er Unternehmer ist:

  • Lieferungen von Videospielkonsolen, Laptops und Tablets, wenn das Entgelt mind. € 5.000 beträgt
  • Lieferungen von Gas und Elektrizität an einen Unternehmer, dessen Haupttätigkeit in Bezug auf den Erwerb dieser Gegenstände in deren Weiterlieferung besteht und dessen eigener Verbrauch von untergeordneter Bedeutung ist
  • Übertragungen von Gas- und Elektrizitätszertifikaten
  • Lieferungen von Metallen, roh und als Halbfertigerzeugnisse, außer diese fallen unter die Schrott-Umsatzsteuerverordnung oder die Differenzbesteuerung
  • Steuerpflichtige Lieferungen von Anlagegold.

Änderungen für Kleinunternehmer ab 2017:
Unecht befreite Umsätze der Blinden, von privaten Schulen und anderen allgemein bildenden oder berufsbildenden Einrichtungen, von Privatlehrern, gemeinnützigen Vereinen, von Pflege – und Tagesmüttern, der Krankenanstalten, aus der Tätigkeit im Rahmen von Heilbehandlungen – auch als Psychotherapeut oder Heilmasseur, aus der Tätigkeit als Zahntechniker sowie bestimmte Umsätze von Bund, Ländern und Gemeinden, sind nicht mehr in die Umsatzgrenze miteinzuberechnen.

Steuersätze ab 2016:

Für folgende Umsätze gilt seit 1.1.2016 der Umsatzsteuersatz von 13%:

  • Lieferungen und die Einfuhr der in der Anlage 2 des UStG aufgezählten Gegenstände, beispielsweise lebende Tiere und Pflanzen, Blumen, Futtermittel;
  • Einfuhr von Kunstgegenständen, Sammlungsstücken, etc.;
  • Lieferungen von Kunstgegenständen (außer Differenzbesteuerung);
  • Aufzucht, Mästen und Halten von gewissen Tieren (Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Hausgeflügel, etc.) und Anzucht von Pflanzen sowie Leistungen, die unmittelbar der Vatertierhaltung, der Tierzucht oder der künstlichen Tierbesamung der genannten Tiere dienen;
  • Künstler;
  • Schwimmbäder und Thermalbehandlungen;
  • Film- und Zirkusvorführungen sowie Schausteller;
  • Personenbeförderung mit Luftverkehrsfahrzeugen;
  • Jugend-, Erziehungs-, Ausbildungs-, Fortbildungs- und Erholungsheime (sofern nicht befreit oder der Steuersatz iHv 10% anzuwenden ist);
  • Wein ab Hof;
  • Eintrittsberechtigungen zu sportlichen Veranstaltungen.

Darüber hinaus ist der ermäßigte Steuersatz iHv 13% seit 1. Mai 2016 für folgende Umsätze anzuwenden:

  • Beherbergung in eingerichteten Wohn- und Schlafräumen sowie Vermietung (Nutzungsüberlassung) von Grundstücken für Campingzwecke;
  • Theater, Musik- und Gesangsaufführungen, Museen, botanische oder zoologische Gärten bzw. Naturparks (sofern nicht befreit oder der Steuersatz iHv 10% anzuwenden ist).

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